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Vorsitzende im Beirat der Antidiskriminierungsstelle des Bundes Prof. Barbara JOHN

" Mit der Übergabe des Berichts an die Bundesregierung stellt sich für mich die Frage, welcher Schritt politisch folgerichtig wäre – jenseits der vorgeschriebenen Befassung im Bundestag und in den Medien. Naheliegend wäre, an einem Migrations- und Integrationsgesetz zu arbeiten, das der neuen Rolle Deutschlands gerecht wird, eines der gefragtesten Einwanderungsländer weltweit zu sein. Migration verläuft heute komplexer und unsicherer denn je, und ihre Wirkung auf die Integrationsprozesse in den Aufnahmeländern lässt sich nicht zurückdrehen. Vieles bestimmen Rahmenbedingungen, die überwiegend von außerhalb Deutschlands gesetzt werden. Nach Jahrzehnten wachsender Zuwanderungszahlen mangelt es an realistischen, kritisch abwägenden Konzepten und Zielen, mit denen sich die Potenziale von Migration und Integration besser nutzen und negative Folgen früh erkennen und vermeiden lassen. Das Aufenthaltsgesetz von 2005 mitsamt seinen Ergänzungen genügt diesen Anforderungen nicht mehr. "
Prof. Barbara John

Prof. Barbara John

Fotografie: Holger Groß/Paritätischer Berlin

Studiert hat Barbara John in Lüneburg, Berlin, London und Paris. Zunächst war sie als Lehrerin tätig, später als Hochschulassistentin. 1981 berief Richard von Weizsäcker sie zur Ausländerbeauftragten des Berliner Senats; dieses Amt hatte sie bis 2003 inne. Danach wurde sie ehrenamtlich tätig: Sie gehört der Bewertungskommission für Integrationskurse an, einem Gremium beim BMI (Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat) und beim BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge), führt den Vorsitz im Beirat der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, lehrt als Honorarprofessorin und ist seit 2011 Ombudsfrau der Bundesregierung für Opfer und Hinterbliebene, die der Terror des Nationalsozialistischen Untergrunds getroffen hat.